SAP-Sicherheit geht heute deutlich über klassische Access Governance hinaus. Zwar bleiben Rollen- und Berechtigungsmanagement, Rezertifizierungen sowie die Identifikation von Verstößen gegen Funktionstrennung (Segregation of Duties, SoD) zentral, weil sie im Fokus von Auditoren und Aufsichtsbehörden stehen. Gleichzeitig erfordert die strategische Bedeutung von SAP als Kern vieler Geschäftsprozesse einen 360-Grad-Ansatz, der technische, organisatorische und prozessuale Maßnahmen integriert.
Die wachsende Regulierungsdichte und die fortlaufende Berichterstattung über schwere Datenpannen haben das Bewusstsein für wirksame, nachweisbare und effiziente Sicherheitsmaßnahmen erhöht. Die Vielfalt der SAP-Anwendungslandschaft (z. B. ERP, CRM, SRM, BI, HCM) sowie parallel betriebene Plattformen (u. a. HANA, ABAP, Java/J2EE, mobil) machen die Absicherung jedes Moduls und der Gesamtinfrastruktur zu einer zunehmend komplexen Aufgabe.
Um SAP-Systeme angemessen zu schützen, müssen Betriebssysteme gehärtet, Netzwerkzugänge abgesichert und Module sowie Drittkomponenten durch konsequentes Patch- und Update-Management aktuell gehalten werden. Verfügbare Informationen wie SAP Security Notes verdeutlichen die Risiken veralteter Software. Best Practices für Konfiguration und Betrieb reichen von der Änderung voreingestellter Passwörter bis zur auditierbaren, unternehmenseigenen Verschlüsselung. Ein weiterer kritischer Schwerpunkt ist die Verwaltung privilegierter Nutzer inklusive klar geregelter Notfallzugänge.
Dauerhafte SAP-Sicherheit verlangt koordinierte Zusammenarbeit zwischen IT-Betrieb, SAP-Experten, Fachbereichen, IT-Sicherheit und internem Audit, getragen von unternehmensweiten Policies und Richtlinien. Sinnvolle Ansätze kombinieren SAP-Werkzeuge mit ergänzenden Tools und Services, setzen stark auf Automatisierung und nutzen intelligente Analysen, um manuelle Fehler zu reduzieren und Bedrohungen sowie Anomalien schneller zu erkennen.
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