Die digitale Transformation erhöht die Anforderungen an IT und Cyber-Sicherheit: Smart Manufacturing und IoT vergrößern die Angriffsfläche, während zugleich strengere regulatorische Vorgaben erfüllt werden müssen. Weil Angreifer typischerweise hochprivilegierte Accounts ins Visier nehmen, wird Privilege Management als zentraler Bestandteil der Cyber-Sicherheit und zugleich als Teil von Identity & Access Management verstanden. Privilegierte Konten gewähren weitreichenden Zugriff auf hochsensible Daten (u. a. Personal-, Gehalts-, Finanzdaten und Unternehmens-IP) und müssen daher besonders geschützt werden. Moderne Privilege-Management-Tools gehen über Passwort-Vaulting hinaus und umfassen Passwortschutz und -rotation, Session Monitoring, Verhaltensanalysen sowie transparente, in eine IAM-Strategie integrierbare Plattformfunktionen.
Als zentrale Risiken gelten öffentlich gewordene Zugangsdaten gemeinsamer Accounts, Privilegienmissbrauch durch Insider, Übernahmen privilegierter Konten durch Cyberkriminelle sowie Fehlbedienung und Missbrauch erhöhter Rechte auf Client-Systemen. Wichtige Handlungsfelder verbinden Sicherheit mit Nutzbarkeit: vollständige Kenntnis und Ownership privilegierter Accounts (individuell und geteilt), SSO für Shared Accounts, Reduktion überhöhter Rechte (besonders bei Operatoren), Steuerung von MSP-Zugriffen und Kontrolle interner Zugriffe auf Cloud-Services. Ergänzend existieren spezialisierte Lösungen zum Schutz von Server-Plattformen (Unix/Linux/Windows), etwa zur Absicherung von Root- und Admin-Accounts und zur Einschränkung riskanter Befehle.
BeyondTrust wird als US-Anbieter für Privileged Access Management und Vulnerability Management beschrieben. Die PowerBroker PAM Platform kombiniert Privileged-Access-Funktionen mit Schwachstelleninformationen (u. a. via Retina) und ermöglicht so eine konsolidierte Risikoübersicht für On-Premises-, Cloud- und mobile Assets. PowerBroker for Unix & Linux verwaltet über 100 Distributionen, zeichnet privilegierte Sessions inkl. Tastatureingaben auf, indexiert Protokolle für Audits, korreliert Verhaltensdaten mit Schwachstellen- und externer Security Intelligence und setzt Least Privilege durch dynamische, kontextabhängige Richtlinien um. Neue Funktionen umfassen File Integrity Monitoring, eine webbasierte Management Console und einen GUI Policy Manager; als Herausforderung gilt der host-basierte Ansatz mit tendenziell längeren Rollout-Zeiten.
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